Mosambik: Urgent Action für Alcina Nhaume, der Frau der ins Gesicht geschossen wurde

Am 5. März wurde die 31-jährige Designerin Alcina Nhaume in ihrem Atelier in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, ins Gesicht geschossen, als Sicherheitskräfte, die zur Auflösung von Protesten in Michafutene eingesetzt worden waren, das Feuer eröffneten. Eine Kugel durchschlug eine Metallbarriere und traf sie im Gesicht, was zu schweren Verletzungen führte. Laut ihren Ärzten wird Alcina Penicela Nhaume nie wieder sprechen oder normal essen können, es sei denn, sie unterzieht sich einer Spezialoperation im Ausland. Trotz der Versprechen der Behörden, den Vorfall zu untersuchen, wurde bisher keine Verantwortung übernommen. Alcina Nhaume befindet sich weiterhin im Krankenhaus, da ihr Gesundheitszustand weiterhin kritisch ist.

WAS AM 5. MÄRZ 2025 GESCHAH:

Am 5. März ging Alcina Nhaume ihrem normalen Arbeitsalltag nach, als gegen 15:00 Uhr in ihrem Viertel Michafutene Proteste ausbrachen, bei denen Anwohner:innen die Straße abriegelten. Der Zeugenaussagen von Alcina Nhaumes Nachbar:innen zufolge war die UIR-Schnellinterventionseinheit (Mosambiks Sicherheitskräfte) eingesetzt worden, um den Protest aufzulösen. Kurz darauf begann die Polizei mit der Verfolgung der Demonstrierenden. Als Alcina Nhaume gerade ihre Handtasche holen wollte, um nach Hause zu gehen, hörte sie mehrere Schüsse. Einer der Schüsse durchschlug eine Metallbarriere im Schaufenster von Alcina Nhaumes Laden und traf sie im Gesicht. Die von ihrer Familie geteilten Bilder zeigen ihr schwer verletztes Gesicht. Teile ihres Mundes, darunter auch einige Zähne, lagen auf dem Boden, und ihr Kiefer war schwer verletzt. Alcina Nhaume wurde in das Zentralkrankenhaus von Maputo eingeliefert, wo sie laut ihren Ärzt:innen die nächsten Monate bleiben wird, da ihr Gesundheitszustand kritisch ist. Ihr Gesicht ist schwer entstellt. Sie wird derzeit über Sonden ernährt und wird laut ihren Ärzt:innen nie wieder sprechen und Schwierigkeiten beim Essen haben, es sei denn, sie unterzieht sich einer speziellen Operation im Ausland. Selbst mit einer solchen Operation wird es einige Zeit dauern, bis sie wieder sprechen kann.

Am 9. März erklärten die Behörden, sie würden den Fall von Alcina Nhaume untersuchen.

Amnesty International befürchtet jedoch, dass dies, wie schon oft zuvor, nur ein leeres Versprechen sein könnte und dass die Ergebnisse solcher Untersuchungen weder veröffentlicht noch die Täter:innen zur Rechenschaft gezogen werden.

Gemäß Artikel 58 der Verfassung der Republik Mosambik haftet der Staat für Schäden, die durch rechtswidrige Handlungen seiner Beamt:innen in Ausübung ihrer Pflichten verursacht werden. Alcina Nhaume ist eines von über 700 Opfern, die seit dem 21. Oktober 2024 im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen im Land von den Behörden angeschossen oder erschossen wurden.

Amnesty International fordert,

  • den Fall von Alcina Nhaume unverzüglich, gründlich, unabhängig, unparteiisch, transparent und wirksam zu untersuchen und
  • sicherzustellen, dass die Ergebnisse veröffentlicht und die Täter in einem fairen Gerichtsverfahren zur Rechenschaft gezogen werden.

 

ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN

Alcina Nhaume ist eine junge Designerin. Sie betreibt ein eigenes Atelier und studierte Design am Higher Institute of Arts and Culture. Sie kümmerte sich um ihren Vater und führt den Haushalt.

Alcina Nhaumes Ärzt:innen fanden Spuren von Schießpulver in ihrem Gesicht und führten ihre Verletzung auf einen Schuss zurück. Im Einklang mit ihren Verpflichtungen des internationalem Menschenrechtsrechts und mosambikanischen Rechts müssen die Behörden Alcina Nhaume umfassende Wiedergutmachung garantieren, einschließlich angemessener finanzieller Entschädigung, umfassender, medizinischer Versorgung und Rehabilitation.

 

Setzt euch hier online für Alcina ein:

https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/mosambik-designerin-von-sicherheitskraeften-schwer-verletzt-2025

Die Urgent Action läuft bis zum 19. August 2025