Mosambik: Behörden müssen versuchten Mord an Journalist Carlitos Cadangue unverzüglich untersuchen

05.02.2026

 

Als Reaktion auf den gestrigen Mordversuch an dem Journalisten Carlitos Candangue durch bewaffnete Männer, die Berichten zufolge Polizeiuniformen trugen, erklärte Tigere Chagutah, Regionaldirektor von Amnesty International für Ost- und Südafrika:

„Der Mordversuch an Carlitos Cadangue, der über den illegalen Goldabbau in der Provinz Manica berichtet hat, ist äußerst besorgniserregend und zeigt die zunehmenden Angriffe auf Journalist*innen in diesem Land, die lediglich ihre Arbeit tun. Die Behörden müssen den Anschlag auf Carlitos Cadangue unverzüglich, gründlich, unabhängig, unparteiisch, wirksam und transparent untersuchen und alle Verdächtigen in einem fairen Verfahren vor Gericht stellen. Dies war ein dreister Akt, der darauf abzielte, einen Journalisten zum Schweigen zu bringen, der die Missetaten der Mächtigen ans Licht gebracht hat, und andere davon abzuschrecken, es ihm gleichzutun.

Die Behörden müssen außerdem dringend Maßnahmen ergreifen, um die Menschenrechte aller Menschen im Land wirksam zu schützen und Journalist*innen vor Schikanen, Einschüchterungen und Bedrohungen ihres Lebens zu schützen, sei es durch staatliche Akteure oder Privatpersonen. Sie müssen die Sicherheit von Journalist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen im Land gewährleisten und die vorherrschende Kultur der Straflosigkeit beenden, die diese Angriffe weiterhin begünstigt.“

 

Hintergrund

Am 4. Februar feuerten unbekannte bewaffnete Männer, die laut Angaben des Journalisten Uniformen der nationalen Polizei trugen, gegen 18 Uhr in der Stadt Chimoio in der Provinz Manica Dutzende von Schüssen auf das Fahrzeug des Journalisten Carlitos Cadangue vom Fernsehsender SOICO Television (STV) ab. Zu diesem Zeitpunkt war Carlitos Cadangue mit seinem Sohn auf dem Weg nach Hause. Vor dem Mordversuch hatte Carlitos Cadangue Morddrohungen erhalten, nachdem er über illegalen Bergbau in der Provinz Manica berichtet hatte, was zur Aussetzung aller in der Provinz tätigen Bergbauunternehmen geführt hatte, einschließlich derjenigen, die in illegalen Bergbau verwickelt waren.

 

Amnesty International hat bereits zuvor über weitere Journalist*innen berichtet, die ermordet wurden oder gewaltsam verschwunden sind. João Chamusse, Herausgeber der Zeitschrift Ponto por Ponto, wurde am 14. Dezember 2023 tot in seiner Wohnung aufgefunden. Arlindo Chissale wird seit dem 7. Januar 2025 vermisst. Zeug*innen, die mit seiner Familie gesprochen haben, gaben an, dass sie am Tag seines Verschwindens gesehen hätten, wie er aus einem öffentlichen Minibus geholt und geschlagen wurde, bevor er von mutmaßlichen Angehörigen der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte weggefahren wurde.

 

 

11. Februar 2026