Petitionen und Appellbriefe

NIGERIA – Entführte Mädchen werden nach ihrer Flucht aus der Boko-Haram-Gefangenschaft von den Behörden im Stich gelassen

Die islamistische Miliz Boko Haram hat zwischen 2013 und 2024 tausende Mädchen entführt, mit ihren Kämpfern zwangsverheiratet und gezwungen, ihren „Ehemännern“ in sexueller Sklaverei und häuslicher Knechtschaft zu dienen. Sie mussten unter strengen Regeln zu leben und jeder tatsächliche oder vermeintliche Verstoß wurde mit körperlicher Misshandlung geahndet. Boko Haram setzte auch in großem Umfang Mädchen als Selbstmordattentäterinnen ein.

Die Mädchen und junge Frauen, die meist unter großer Gefahr aus der traumatischen Gefangenschaft von Boko Haram geflohen sind, mussten weiteres Leid erdulden: Sie wurden unrechtmäßig in Militärgewahrsam genommen, von Soldaten beleidigt und beschuldigt, für Tötungen verantwortlich zu sein. Von dort aus wurden einige in einem von der Regierung betriebenen Durchgangslager mit ihren Boko-Haram-„Ehemännern“, die sich den Behörden gestellt hatten, „wiedervereint“ oder einfach sich selbst überlassen.

Während der nigerianische Staat den ehemaligen Boko Haram Kämpfern Unterstützung für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft leistet, wird den Mädchen und jungen Frauen, die ihre Gefangenschaft überlebt haben, weder eine psychologische noch eine praktische Hilfe, wie eine Berufsausbildung gewährt. Nach ihrer Entlassung ist ihr Stigma, als „Boko-Haram-Ehefrau“ angesehen zu werden, ein Hindernis für ein normales Leben.

Die nigerianischen Behörden müssen diese Mädchen und jungen Frauen bei ihrer vollständigen Wiedereingliederung in die Gesellschaft unterstützen, indem sie ihnen Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und Berufsausbildung geben.

Mit diesem Brief könnt ihr die nigerianische Regierung auffordern, sich für die Mädchen und jungen Frauen einzusetzen.


SEXUALISIERTE GEWALT IN GUINEA

Am 27.09.2022 wurde der Bericht „Shame must change sides: Ensuring rights and justice for victims of sexual violence in Guinea“ (Dt. in etwa: „Schämen sollten sich die anderen. Recht und Gerechtigkeit für Überlebende sexualisierter Gewalt in Guinea wahren.“) veröffentlicht.

Aus dem Bericht geht hervor, dass sexualisierte Gewalt in Guinea trotz einiger positiver Entwicklungen weit verbreitet ist. Mit dieser Petition und diesem Brief (hier in der dt. Übersetzung) könnt ihr die guineische Regierung auf das Thema aufmerksam machen, denn der Staat hat die Verantwortung, Frauen und Mädchen vor diesen schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen zu schützen.


PETITION ZU POLIZEIGEWALT IM SENEGAL

Während mehrerer Proteste im März 2021 im Senegal wurden 14 Menschen getötet, darunter ein zwölfjähriges Kind. Die staatlichen Behörden haben versprochen, die Geschehnisse zu untersuchen und den Familien Gerechtigkeit zu verschaffen – bisher ist jedoch nichts geschehen. Bitte helft ihnen, gehört zu werden!

Es gibt eine Petition, an der ihr euch online oder in Papierform beteiligen könnt. Außerdem stellen wir euch Musterbriefe zur Verfügung, mit denen ihr euch an die deutsche Außenministerin und an den senegalesischen Justizminister wenden könnt.


PSYCHISCHE GESUNDHEIT IN SIERRA LEONE

Der Amnesty-Bericht „THEY ARE FORGETTING ABOUT US“ rückt die psychische Gesundheit der Bevölkerung Sierra Leones in den Vordergrund.

Nach dem 11 Jahre dauernden Bürgerkrieg und der Ebola-Epidemie leiden viele Menschen in Sierra Leone unter den psychischen Langzeitfolgen, der Zugang zu psychiatrischer und psychotherapeutischer Versorgung ist jedoch sehr begrenzt. So gibt es im ganzen Land nur drei Psychiater_innen und 20 Krankenschwestern und –pfleger im Bereich der psychischen Gesundheit für sieben Millionen Einwohner_innen. Zu den psychischen Problemen der Betroffenen kommen häufig Stigmatisierung und Diskriminierung hinzu.

Wir bitte euch um Unterstützung, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Hier findet ihr einen einen Musterbrief an die sierra-leonische Regierung und an den Botschafter und hier eine Petitionsliste.


 

9. Juni 2024